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ESTV-verifiziert 2026 2'122 Gemeinden Quelle: ESTV/BSVDatenstand: 5. Mai 2026

Säule 3a 2026: Höchstbeträge, Nachzahlungen, Steuerersparnis

Stand November 2025. Reviewed von Martin Seeland, Jurist mit Big-Four-Manager-Erfahrung im internationalen Steuerrecht.

Das Wichtigste in Kürze

1. Höchstbeträge im Steuerjahr 2026

Das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD) hat am 17. November 2025 bestätigt, dass die Höchstabzüge für die Säule 3a im Steuerjahr 2026 unverändert gegenüber 2025 bleiben.

KategorieMaximalbetrag 2026Pro Monat
Angestellte mit BVG-PensionskasseCHF 7'258CHF 604.85
Selbstständige ohne PensionskasseCHF 36'288 (max. 20% Nettoerwerbseinkommen)max. CHF 3'024

Die Beträge leiten sich aus dem BVG-Maximum ab. Die maximale AHV-Rente 2026 beträgt CHF 30'240, das BVG-Maximum das Dreifache (CHF 90'720). Angestellte dürfen 8 Prozent davon einzahlen, Selbstständige ohne PK 40 Prozent.

BVG-Eintrittsschwelle beachten: Wer ein jährliches Erwerbseinkommen unter CHF 22'680 erzielt, ist von der obligatorischen beruflichen Vorsorge ausgenommen und gilt in der Säule 3a als "ohne Pensionskasse" mit Anrecht auf den grossen Beitrag.

2. Die wichtigste Neuerung: Nachträgliche Einkäufe ab 2026

Der Bundesrat hat am 6. November 2024 die Änderung der BVV 3 (Verordnung über die steuerliche Abzugsberechtigung für Beiträge an anerkannte Vorsorgeformen) verabschiedet und per 1. Januar 2025 in Kraft gesetzt. Erstmals im Steuerjahr 2026 können Beitragslücken aus 2025 nachträglich ausgeglichen werden.

Bedingungen für nachträgliche Einkäufe (BVV 3 Art. 7a ff.)

Praxisbeispiel: Doppelabzug 2026

Eine Person hat 2025 CHF 0 in die Säule 3a einbezahlt. Im Jahr 2026 zahlt sie:

Total abzugsfähig 2026: CHF 14'516 statt sonst nur CHF 7'258. Bei einem mittleren Grenzsteuersatz von 30 Prozent macht das eine zusätzliche Steuerersparnis von rund CHF 2'000.

Wichtige Einschränkungen

3. Wie viel Steuern spart die Säule 3a wirklich?

Die Säule-3a-Einzahlung wird direkt vom steuerbaren Einkommen abgezogen, auf allen drei Ebenen: Bund, Kanton und Gemeinde. Die Ersparnis entspricht dem Abzugsbetrag multipliziert mit dem persönlichen Grenzsteuersatz. Da das Schweizer Steuersystem progressiv und föderalistisch geprägt ist, variiert der Vorteil je nach Wohnort erheblich.

Faustregel: Pro CHF 1'000 Einzahlung beträgt die Steuerersparnis rund CHF 200 bis CHF 400, je nach steuerbarem Einkommen und Kanton.

Steuerersparnis bei Maximaleinzahlung CHF 7'258 (ledig, 2026)

WohnortEinkommen 60kEinkommen 100kEinkommen 150k
Zürich (Stadt)ca. CHF 1'550ca. CHF 2'200ca. CHF 2'600
Genf (Stadt)ca. CHF 1'900ca. CHF 3'100ca. CHF 3'400
Bern (Stadt)ca. CHF 1'800ca. CHF 2'800ca. CHF 3'100
Luzern (Stadt)ca. CHF 1'221ca. CHF 1'800ca. CHF 2'100
Zug (Stadt)ca. CHF 782ca. CHF 1'200ca. CHF 1'500

Quellen: kantonsvergleich.ch, LUKB. Werte gerundet.

Hochsteuerkantone wie Basel-Stadt, Bern und Genf bieten die grösste absolute Steuerersparnis pro Säule-3a-Einzahlung. In Steueroasen wie Zug oder Nidwalden ist der absolute Vorteil pro Einzahlung geringer, dafür ist die Gesamtsteuerlast bereits tiefer.

Bei einem steuerbaren Einkommen von CHF 100'000 beträgt der Unterschied zwischen Zug und Genf fast CHF 2'000 pro Jahr. Bei 30 Jahren Einzahlungsdauer summiert sich das auf bis zu CHF 60'000 nur durch die Einzahlungsersparnis (ohne Renditeeffekt).

→ Vergleiche die Steuerlast in unserem Top-Gemeinden-Ranking

4. Bank-3a oder Versicherungs-3a: Was ist besser?

Der steuerliche Abzug ist identisch, egal ob die Einzahlung auf ein Bankkonto oder in eine Versicherungspolice fliesst. Die Unterschiede liegen in Flexibilität, Kosten und Risikoschutz.

KriteriumBank-3aVersicherungs-3a
Steuerlicher Abzugidentischidentisch
Einzahlungsflexibilitätfrei wählbar (0 bis Maximum)vertraglich feste Prämie
RisikoschutzkeinTod, Erwerbsunfähigkeit abgedeckt
AnlagemöglichkeitenSparkonto oder WertschriftendepotGarantieverzinsung oder fondsgebunden
Kostentransparenzhoch (TER 0 bis 1.5%)oft intransparent, Abschlusskosten
Bezugsflexibilitätjederzeit auf andere Bank übertragbaroft bis Vertragsende gebunden
Staffelung beim Bezugjederzeit durch mehrere Kontennur bei Vertragsabschluss planbar

Digitale Anbieter wie finpension, frankly oder VIAC bieten 3a-Wertschriftenlösungen mit tiefen TERs (0.39 bis 0.50 Prozent) und bis zu 100 Prozent Aktienanteil. Gegenüber einem reinen Sparkonto (Zins ca. 0.5 bis 1.0 Prozent) kann das über 30 Jahre einen Unterschied von CHF 200'000 oder mehr ausmachen.

AnlageformRendite p.a.Endkapital nach 30 Jahren (CHF 7'258 p.a.)
3a-Sparkonto0.5 bis 1.0%ca. CHF 235'000
3a-Wertschriften3 bis 6%ca. CHF 450'000+

5. Bezugsstrategie: Gestaffelt auszahlen lassen

Kapitalleistungen aus der Säule 3a werden getrennt vom übrigen Einkommen zu einem stark reduzierten Vorsorgetarif besteuert. Da die Progression mit der Auszahlungshöhe steigt, ist die Staffelung über mehrere Steuerjahre ein effektiver Hebel.

Empfehlung

Beispiel Kanton Luzern: Ab Steuerperiode 2025 gilt ein neuer zivilstandsunabhängiger Tarif: 0.5 Prozent auf den ersten CHF 40'000, 1.4 Prozent ab CHF 40'000. Ab 2028 sinkt der Satz oberhalb der Schwelle weiter auf 1.0 Prozent. Das macht gestaffelte Bezüge im LU besonders attraktiv.

Vorzeitiger Bezug (Ausnahmen)

6. Die häufigsten Fehler und wie du sie vermeidest

  1. Zu spät einzahlen. Die Einzahlung muss bis 31. Dezember auf dem Vorsorgekonto gutgeschrieben sein, nicht nur überwiesen. Empfehlung: Dauerauftrag mit Frist vor dem 20. Dezember.
  2. Nur ein 3a-Konto führen. Wer das gesamte Guthaben auf einem einzigen Konto ansammelt, verliert beim Bezug die Staffelungsmöglichkeit. Ab CHF 50'000 Guthaben ein neues Konto eröffnen.
  3. Zu konservativ anlegen. Bei langem Zeithorizont (über 10 Jahre) verzichtet ein reines Sparkonto auf erhebliche Rendite. Differenz über 30 Jahre: rund CHF 215'000.
  4. ETFs statt Vorsorgefonds. Bei der Säule 3a sind spezielle Vorsorgefonds steuerlich vorteilhafter, da Vorsorgegelder oft von ausländischen Quellensteuern auf Dividenden befreit sind. Renditevorteil: bis 0.3 Prozent p.a.
  5. Anbieter nicht vergleichen. Digitale Vorsorgelösungen sind oft 1 Prozent TER günstiger als traditionelle Bankfonds.
  6. Versicherungspolice unkritisch abschliessen. Klassische kapitalbildende Lebensversicherungen weisen hohe Abschlusskosten und geringe Flexibilität auf.
  7. Nachzahlungspotenzial 2026 nicht nutzen. Wer 2025 keine oder nur teilweise Einzahlungen geleistet hat, kann ab 2026 erstmals nachzahlen.
  8. Potenzial als Ehepaar nicht voll ausschöpfen. Beide Ehegatten haben ein eigenes 3a-Einzahlungsrecht. Ein Haushalt mit zwei Erwerbstätigen kann gemeinsam CHF 14'516 pro Jahr einzahlen und steuerlich abziehen.

7. Besonderheiten für Selbstständige ohne BVG

Selbstständigerwerbende ohne Pensionskasse dürfen 20 Prozent des Nettoerwerbseinkommens, maximal CHF 36'288, in die Säule 3a einzahlen (Art. 7 Abs. 1 lit. b BVV 3).

Für Selbstständige ohne 2. Säule kann die Säule 3a einen wesentlichen Teil der Vorsorgelücke schliessen.

8. Checkliste Steuerjahr 2026

Häufige Fragen

Kann ich 2026 mehr als CHF 7'258 einzahlen?

Ja, falls du 2025 nicht den Maximalbetrag eingezahlt hast und ab 2026 die Nachzahlung beantragst. Maximum 2026 inklusive Nachzahlung für 2025: CHF 14'516. Voraussetzung ist, dass der ordentliche 2026-Betrag zuerst vollständig einbezahlt wurde.

Lohnt sich Säule 3a auch bei niedrigem Einkommen?

Die Steuerersparnis ist proportional zum Grenzsteuersatz. Bei sehr niedrigem Einkommen (unter CHF 30'000) ist die absolute Ersparnis gering, der Vorsorgeeffekt bleibt aber bestehen. Bei mittleren bis hohen Einkommen ist die Säule 3a steuerlich besonders attraktiv.

Was passiert mit meiner Säule 3a wenn ich auswandere?

Bei definitivem Verlassen der Schweiz kann das 3a-Guthaben vorzeitig bezogen werden. Es fällt dann eine reduzierte Quellensteuer an, deren Höhe vom Wohnsitz der Vorsorgestiftung abhängt (Schwyz und Schaffhausen sind beliebt wegen tiefer Sätze).

Kann ich Säule 3a-Einzahlungen rückwirkend für 2024 oder früher nachzahlen?

Nein. Die Nachzahlungsregelung gilt erstmals 2026 für das Jahr 2025. Lücken aus 2024 und früher sind nicht nachholbar.

Quellen

Persönliche Berechnung: Nutze unseren Brutto-Netto-Rechner um deine konkrete Steuerersparnis bei einer 3a-Einzahlung in deiner Wohngemeinde zu berechnen.